Microsoft Windows

Neuerungen im Überblick – Windows Server 2012 R2

Gepostet am Aktualisiert am

IMG_6164

Die aktuelle Version von Microsofts Server-Betriebssystem ist derzeit Windows Server 2012 R2. Einige Neuerungen habe ich bereits aus der Kursveranstaltung „Windows Server 2012 – Konfiguration, Verwaltung und Wartung“ kennengelernt und möchte euch kurz über die Veränderungen informieren. Die Neuerungen im Detail kommen später im Blogeintrag von Haiko Hertes. Smiley

Neuerungen

Gegenüber seinem Vorgänger hat sich einiges verändert.
1. Microsoft stellte die neue Serverversion gleichzeitig mit Windows 8.1 vor.

2. Die Aktualisierung von der Vorgängerversion auf Windows Server 2012 R2 ist nicht kostenlos. Unternehmen müssen die neue Serverversion lizenzieren und bekommen diese Version mit Software Assurance-Vertrag umsonst. Smiley Mit Software Assurance erhalten Kunden Zugang zu den neuesten Microsoft-Produktversionen und können die aktuellste Technologie sofort bei Verfügbarkeit oder zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt einsetzen. Der Kunde hat auch das Recht, die lizenzierte Software in der aktuellsten oder in einer früheren Version zu nutzen.

3. Eine weitere Neuerung ist das System Center 2012 R2, das mit Windows Server 2012 R2 zeitgleich erschienen ist.

4. Zu den Neuerungen gehört auch das Hyper-V 2012 R2.
Microsoft hat den Zugriff auf den virtuellen Server (auf Basis von Remote Desktop Protocol (RDP)) verbessert. Per Remotedesktop kann man sich direkt mit einer virtuellen Maschine verbinden, selbst wenn diese keine zugehörige Client-Software geladen hat.
(im Detail:  Die RDP-Sitzungen laufen in Windows Server 2012 R2 über den Host, eine direkte RDP-Verbindung zum virtuellen Server ist nicht mehr notwendig.)

5. In der neuen Version kann man die virtuellen Festplatten (VHDX) im laufenden Betrieb vergrößern und verkleinern (siehe Abbildung1).

Abbildung1

Abbildung1: Assistent zum Bearbeiten virtueller Festplatten

Ein weiterer Punkt ist die Ausfallsicherheit beim VHDX-Format. Die VHDX-Dateien besitzen eine Log-Datei. Log-Dateien sind das Zugriffsprotokoll eines Webservers. Sie bestehen gewöhnlich aus ganz vielen Zeilen, von denen jede genau einen Zugriff wiedergibt. Wenn der Server ausfällt und kein sauberes Herunterfahren möglich war, ist mit Hilfe dieser Protokolldatei die Wiederherstellung der VHDX möglich. Dieses Protokoll bezieht sich allerdings nur auf die Metadaten der VHDX-Datei. Das Erzeugen einer VHDX-Datei ist über den Server Manager machbar. PowerShell beim Hyper-V 3 kann mit diesen Dateitypen auch umgehen (Hinweis: Es gibt Befehle, die beim Hyper-V 3 in der zugehörigen Bibliothek vorliegen. Der Admin muss dazu keine externen PowerShell-Module mehr herunterladen und sie separat importieren).

6. Eine weitere Neuerung im Hyper-V 2012 R2-Bereich ist das Verschieben von virtuellen Servern zwischen Hyper-V-Host im laufenden Betrieb – die Live Migration. Diese ermöglicht das Übertragen von virtuellen Servern im laufenden Betrieb, zum Beispiel für Wartungsarbeiten des Hyper-V-Hosts. Bei dieser Übertragung kopiert Hyper-V nicht nur die virtuellen Festplatten zwischen den Hosts, sondern auch den Inhalt des Arbeitsspeichers. Das heißt, die Anwender bekommen von der Übertragung nichts mit und der virtuelle Server steht während der Übertragung weiter zur Verfügung (siehe Abbildung2).

Abbildung2

Abbildung2: Die Live Migration

In Windows Server 2012 verbessert Microsoft einige Schwächen der Live-Migration aus. Eine Schwäche der Übertragung in Windows Server 2008 R2 war bisher zum Beispiel die fehlende Möglichkeit, mehrere virtuelle Server auf einmal zu verschieben. Das kostet unnötig Zeit. In Windows Server 2012 können Unternehmen mehrere Server gleichzeitig übertragen. Die maximale Anzahl lässt sich auf jedem Host einstellen.

Im Detail: Live Migration ist jetzt für 10 Gigabits-Netzwerke optimiert und kann in sehr schnellen Netzwerken mit Remote Direct Memory Access (RDMA) sehr schnell die Inhalte des Arbeitsspeichers zwischen den Hosts verschieben. Die neue Live Migration ist kompatibel zu Windows Server 2012, sodass sich virtuelle Server zwischen Hosts mit Windows Server 2012 und Windows Server 2012 R2 verschieben lassen.

Bei Windows Server 2012 R2 Hyper-V hat die Live Migration an Geschwindigkeit zugelegt. Microsoft-Angaben zufolge kann bei Verwendung von 3 RDMA–Karten in beiden Hosts ein Transfer mit maximaler PCIv3-Geschwindigkeit respektive 16 Gigabyte pro Sekunde erfolgen. Davon profitiert auch die clusterfähige Aktualisierung zur Einspielung von Patches auf Clusterkonten. Benötigt dieser Vorgang bei Windows Server 2012 vielfach noch rund 12 Stunden, sinkt der Zeitbedarf schon durch die Datenkompression auf 3,5 Stunden. Mit RDMA ist gar nur noch eine Stunde erforderlich.

7. Eine weitere Neuerung ist, dass im laufenden Betrieb der Virtuelle Server sich importieren und kopieren lässt. Windows Server 2012 R2 berücksichtigt dabei auch Snapshots (also Prüfpunkte oder Checkpoints, wie wir im Kurs auch schon gehört haben). Vor dem Export muss man den virtuellen Server nicht mehr herunterfahren oder Snapshots löschen. Smiley Virtuelle Server kann man jetzt in Windows Server R2 im laufenden Betrieb exportieren und kopieren.

8. Die Aufhebung der bisherigen Beschränkungen der Copy & Paste-Funktion zwischen Host und Client auf Textinformationen gehört auch zu den Neuerungen. Mit Windows Server 2012 R2 Hyper-V kann man Dateien mittels Drag&Drop einfach kopieren.

9. Weitere Neuerungen sind die VMs (Virtuelle Maschine) – Generation 2. Dieser neue VM-Typ verzichtet auf die Komplettnachbildung eines physischen PCs. Detailliert: Emulierte/nachgebildete Geräte kennt Gen2-VM nicht, da er ohne PCI-Bus und ohne BIOS auskommt. Gen2-VM nutzt UEFI-Firmware (Unified Extensible Firmware Interface). Das ermöglicht, virtuelle SCSI-Festplatten und Netzwerkadapter zu booten und Secure-Boot zu verwenden, was für mehr Flexibilität und Sicherheit sorgt.

10. Hyper-V-Replika lässt bei Windows Server 2012 R2 die Erweiterung um zusätzliche Standorte zu. Hyper-V-Replika erlaubt jetzt auch die Replikation auf einen dritten Host. Windows Server 2012 beherrschte hier nur zwei Hosts.

11. Die neue Funktion Storage Quality of Service wurde in Windows Server 2012 R2 integriert. Admins können jetzt den Datendurchsatz für virtuelle Server steuern (siehe Abbildung 3 – Minimum/Maximum).

Abbildung3

Abbildung3: Datendurchsatz für virtuelle Server steuern

Fazit: Windows Server 2012 bietet viele Neuerungen, vor allem im Bereich Hyper-V. Unternehmen und Kunden sollten sich eine Aktualisierung überlegen und die Vorteile von den Verbesserungen in Windows Server 2012 R2 nutzen.

Quellen:
http://www.tecchannel.de/server/windows/2040714/microsoft_betriebssystem_windows_server_2012_r2_bringt_viele_neue_features/index.html

http://www.channelpartner.de/channelcenter/windows/2607817/index.html

Link: http://blog.ppedv.de/

Wusstet ihr…

Gepostet am Aktualisiert am

Noch vor gut 10 Jahren wurden dem SQL Server andere DB Systeme vorgezogen, die als „sicherer“ galten, wenn es um Ausfallsicherheit, Transaktionsgeschwindigkeit und große Datenmengen ging.

Mittlerweile hat SQL Server nicht nur aufgeholt, sondern sich als Datenbanksystem etabliert. Gilt das nur für kleinere und mittelständische Betriebe, oder spielt der Microsoft SQL Server auch in der oberen Etage mit?

Dieser Frage bin ich nachgegangen und habe ein paar Zahlen gefunden, bei denen man sich gut vorstellen kann, in welcher Liga nun SQL Server mitspielt.

Die aktuelle Leistungsfähigkeit von Microsoft SQL Server – Top Statistik:

Kategorie                                                                                                     Metric 

Größte einzelne Datenbank:                                                                         350 Terabyte (TB)

Größte Tabelle:                                                                                              1,5 Billionen Zeilen

Größte Gesamtdaten pro Anwendung:                                                          88 Petabyte (PB)

Höchste Datenbank-Transaktion pro Sekunde

pro Server (von Performance Monitor):                                                      130.000

„Performance Monitor“: Systemmonitor ist ein Programm, das verwendet wird, um verschiedene Aktivitäten auf einem Computer wie CPU-Auslastung oder Speichernutzung zu überwachen. Betrifft: Windows 7, Windows Server 2008 R2, Windows Server 2012, Windows Vista.

Schnellstes I/O-Subsystem in der Produktion 

(SQLIO 64k buffer serial Lesetest):                                                              18 Gigabyte (GB) / Sekunde

Schnellste Echtzeit-Cube:                                                                           Millisekunden Latenz

Ein Echtzeit-Cube ist ein regulärer Cube, der beschäftigt relationale OLAP (ROLAP) Partitionen oder Dimensionen, die das Echtzeit-OLAP-Feature von Microsoft SQL Server 2000 Analysis Services unterstützen.

Laden von Daten für 1 Terabyte:                                                                    30 Minuten

Größte MOLAP Cube:                                                                                    24 TB

MOLAP steht für mehrdimensionales Online Analytical Processing. MOLAP ist eine Alternative zu der ROLAP (relationales OLAP)-Technologie. Die meisten MOLAP-Lösungen speichern Daten in einem optimierten mehrdimensionalen Array-Speicher anstatt in einer relationalen Datenbank (ROLAP).

Wenigste anfällige Datenbank:                                                                      5 Jahre in Folge

Meist verwendeten Datenbanken weltweit:                                                   46% Marktanteil

Top Statistik – Azure SQL Server:

Größte gemeinsame Datenbank:                                                                   20 TB

Größte Anzahl von Datenbanken pro App:                                                     14.000

Die meisten gleichzeitigen Benutzer pro App:                                               3 Mio. Benutzer

Größte Installation:                                                                                         *.cs = 14.832

                                                                                                                       Web.config = 149

                                                                                                            *.csproj = 889 *.sln = 210

On-Premises: SQL Server-Fallstudien:

On-Premises ist ein Nutzungsmodell für Computerprogramme (Software). Dabei erwirbt der Nutzer ein solches Computerprogramm und betreibt dieses selbst, also auf eigener Hardware.

(In der Regel wird der Begriff On-Premise jedoch meist für Programme verwendet, die mehrbenutzerfähig und somit netzwerktauglich sind.)

DATA WAREHOUSE/BI

Erstellung eines Data-Warehouse 80 TB

Sehr schneller Festplatten-subsystem

OLTP

Skalieren einer Datenbank

Keine Ausfallzeiten erlaubt

Über 16.000 Instanzen

Microsoft CTP-Datenebene

-Die Commerce-Transaktionsplattform unterstützt Abrechnung und Abonnements (eCommerce) für Microsoft-Produkte wie AdCenter, Xbox Live, Zune, Windows Live Hotmail Plus und Azure.

-Die Commerce-Transaktionsplattform unterstützt Zahlungen mit 13 Zahlungsmethoden über 65 lokalisierten Märkte. -5 DBAs.

Datenbankinfrastruktur (PROD)

– 2 Rechenzentren

– 5 Webstore Clusters

– 220 2012 SQL Server (ohne VM)

– 736 Datenbanken

– 121 TB Datenfiles

– 420 TB Speicher – DAS & SAN (EMC/HDS)

– 12 TB monatliches Wachstum

– 82 DB Mirror (Datenbankspiegelung ist die Erstellung und Pflege von redundante Kopien einer Datenbank)

– 70 (paarweise) Protokollversand

– 400 Datenverarbeitung-Abonnement-Streams, 6 Händler

Große Health Care Provider (Krankenversicherungen)

– 17 TB OLTP-Datenbank

– 10.000 gleichzeitige Benutzerverbindungen

BWIN

– Weltweit größte börsennotierte Online-Gaming-Plattform

– 15 Millionen Seitenabrufe und bis zu 980.000 individuelle User pro Tag

Environment:

5 DBAs & 1 Datenbankarchitekt

– über 200 SQL Server-Instanzen

– über 150 TB Daten

– über 4.000 Datenbanken

– über 2 PB Speicher

– über 10 TB RAM

über 450.000 SQL-Anweisungen pro Sekunde auf einem einzelnen Server

über 500 Milliarden Datenbank Transaktionen pro Tag

– Keine Ausfallzeiten erlaubt

Bwin.party:

Hohe Verfügbarkeit:

– 3 Rechenzentren

– (backup) 2 TB pro Stunde über das Netzwerk sichern

Hardware für die wichtigsten SQL Server:

– Fujitsu RX- 600 S5

– 64 Cores (Prozessorkern)

– 1 TB RAM

– Mehrere 1 Gbit NIC (Netzwerk-Interface-Controller, auch bekannt als Netzwerkkarte)

   (Getrennte VLANs für Client-Zugriff, Cluster-Intercom, Backup)

– FusionIO PCI-E Solid State-Geräte (SSD) für Transaktionslog

SQL Server 2014

– Kunden wie EdgeNet und Bwin erzielen erhebliche Leistungssteigerungen durch die neue In-Memory-OLTP

– Erhöhung der Skalierbarkeit auf bis zu 640 logische Prozessoren und 4 TB RAM (Speicher) in einer physischen Umgebung und bis zu 64 virtuelle Prozessoren und 1 TB Speicher pro VM.

Quelle: http://channel9.msdn.com/Events/TechEd/NewZealand/2013/DBI309

Link:

http://blog.ppedv.de/