Frauen in MINT-Berufen

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Obwohl der IT-Markt stetig wächst und Karriere- und Aufstiegschancen in der Branche steigen, bleibt der Anteil an Frauen immer noch gering.

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Tugce Terzi studiert Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Landshut und absolviert seit dem 19. August ihr Praktikum bei ppedv in Burghausen. Sie wird das Leben einer Studentin bei der ppedv AG aus der weiblichen Perspektive beleuchten.

E-Mail: tugcet@ppedv.de

 

Mädchen lehnen technische Berufe nicht ab, weil sie meinen, sie seien zu schwierig oder zu technisch, sondern sie finden sie in erster Linie langweilig. Diese Einschätzung entspricht zum Teil der Realität. Bestimmte Männerberufe sind häufig mit belastenden Arbeitsbedingungen verbunden. Mit zunehmender Technisierung verliert dieses Argument jedoch an Realität.

Ein weiterer Punkt, warum Frauen technische Berufe ablehnen, besteht darin, dass sie Benachteiligung und Diskriminierung in einem Männerumfeld erfahren. Auch diese Einschätzung entspricht zum Teil der Realität. Mädchen und Frauen müssen in Männerberufen auch Selbstvertrauen, Durchsetzungsvermögen sowie Konfliktfähigkeit besitzen. In diesen Einschätzungen wird deutlich, dass mit der Steigerung des Selbstvertrauens von Mädchen und Frauen und dem Vertrauen in ihre technische Kompetenz eine wichtige Hürde beseitigt wird.

Trotz Mädchenförderung sind gerade einmal 20 Prozent aller Studenten in ingenieurwissenschaftlichen Fächern weiblich.

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Abbildung 1: http://www.girls-day.de/Girls_Day_Info/Daten_und_Fakten

Unternehmen und Schulen arbeiten eng zusammen, um weibliche Fachkräfte im IT-Bereich aktiv zu fördern. Politik, Wirtschaftsverbände und Industrie versuchen seit Jahren mehr Frauen für Ingenieur- und naturwissenschaftliche Studiengänge zu begeistern. Dies zahlt sich auch nach und nach aus: 41 Prozent aller Arbeitgeber bieten Frauen spezielle Förderprogramme. Dabei sind Hochschulen (70 Prozent) erheblich aktiver als Unternehmen (17 Prozent). Mentoring stellt mit 65 Prozent die beliebteste Fördermaßnahme darauch ich habe an der Hochschule Landshut daran teilgenommen.

 

Fakt ist, Frauen wählen seltener MINT-Berufe, obwohl gerade diese gute Chancen auf einen langfristig sicheren Arbeitsplatz bieten. Trotz guter Abschlüsse ergreifen zu wenige Frauen diese Berufe. Die Ursachen dafür können Geschlechterstereotypen und Traditionen sein. Das tradierte Rollenbild beeinflusst die Berufswahl und den beruflichen Werdegang von Frauen immer noch stark. Das Gefühl sich beweisen zu müssen, um unter den männlichen Kollegen bestehen zu können, hindert viele Frauen am Einstieg in die Branche. Dieses Selbstverständnis müssen sie durchbrechen und Mädchen sowie junge Frauen frühzeitig in Kindergärten und Schulen für MINT begeistern.        Um die Hemmschwelle aufzubauen, müssen Unternehmer und Professoren ihnen in der Praxis zeigen, wie viel Spaß Technik machen kann. Die geringe Frauenquote im Informations- und Technologiebereich kann man darauf zurückführen, dass es leider nur wenige weibliche Vorbilder gibt.

 

MINT steht für Mathematik, Informatik,   Naturwissenschaft und Technik. Neue Studiengänge, wie Wirtschaftsingenieurwesen   und Wirtschaftsinformatik wurden zu den MINT-Fächern hinzugerechnet (Medizin   und Pharmazie hingegen nicht).

 

Von Ernährungsberaterin zu IT-Expertin

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Abbildung 2: Iris Classon und ihre typisch knallroten Haaren

Iris Daniela Classon ist Sprecherin, Schriftstellerin, Microsoft MVP für C# und Mitglied des MEET (Microsoft Extended Experten Team). Heute arbeitet sie Vollzeit als Software-Entwicklerin bei Dotnet-Mentor in Göteborg, einer Software-Firma, die sich in IT-Architektur und System-Entwicklung spezialisiert. Die international lizenzierte Fitnesstrainerin hat eine außergewöhnliche berufliche Laufbahn hinter sich, die beweist, dass nichts unmöglich ist. Die 28-jährige hat an der Universität Göteborg studiert. 2011 entdeckte die Ernährungsberaterin ihre Leidenschaft für die Programmierung und begann von 0 auf 100 zu codieren. Innerhalb ihres ersten Jahres erwarb sie MCSD-, MCPD- und MCTS-Zertifizierungen.

Nach nur sechs Monaten hatte sie einen Fulltime-Entwickler-Job und eine Position als Technical Evangelist für das internationale Unternehmen Telerik, wo sie heute noch in Teilzeit arbeitet. Ihr Blog „In Love with Code“  ist bereits in der Industrie bekannt. Sie verfasst Zeitungs- und Onlineartikel und ist in Podcasts wie Hanselminutes, Computer Sweden und Developer Magazine vertreten. Classon ist bekannt für ihren einzigartigen, kreativen und auffälligen Präsentationsstil.

In ihrer Freizeit ist Classon sehr engagiert in der Entwickler-Community und treibt Sportarten wie Mountainbiking, Gewichtheben und Tauchen. Reisen gehört ebenfalls zu ihren Hobbys.

Ihre Neugier ist die Grundlage für ein erfolgreiches Leben. In einem Interview sagt sie, dass ihre Schnelligkeit zu ihren Stärken gehört, da sie Aufgaben rasch erledigt. Sie sagt auch, dass sie sich schon immer sehr extrovertiert und besonders auffällig angezogen hat: „Das Leben sollte wie eine Show sein“. Ihren auffälligen Stil verbindet Classon mit ihrer Krankheit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung), die mit 13 Jahren diagnostiziert wurde.

Sie ist auch davon überzeugt, dass die Therapie, zur Bewältigung ihrer Krankheit, ihr Selbstbewusstsein gestärkt hat. Laut Classon gibt es viele Mädchen, die Panik vor dem Programmieren haben, im Probleme lösen aber mindestens genauso gut sind wie Männer.

Für die meisten Unternehmen ist es wünschenswert, den Frauenanteil im MINT Bereich zu erhöhen. Bereits im Jahr 2015 werden in Deutschland drei Millionen und in Bayern eine halbe Million Fachkräfte fehlen. Bundesweit werden zu diesem Zeitpunkt allein 600.000 weibliche Fachkräfte mehr benötigt als heute. Dazu brauchen Unternehmer auch mehr Frauen in Führungspositionen. Vor allem im technischen Bereich ist das aber sehr schwierig umzusetzen.

Damit sich die Chancen für Frauen in technischen Berufen verbessern, haben die bayrischen Unternehmen insgesamt zahlreiche Maßnahmen aufgesetzt, um für weibliche Mitarbeiter noch attraktiver zu werden. Ein Beispiel dafür sind flexible Arbeitszeiten (etwa zwei Drittel der Arbeitgeber bieten Teilzeitmodelle an).

Frauen sollen ebenfalls die Initiativen zur Kinderbetreuung und Betriebskindergärten nutzen. Viele Betriebe, die einen hohen Bedarf an Mitarbeitern haben, bieten auch Projekte an, die das Interesse von jungen Mädchen und Frauen an MINT-Themen wecken sollen.

Die Gesellschaft sollte sich von klassischen Rollenmustern verabschieden. Sie sollte ein Umfeld schaffen, dass Frauen motiviert, Berufe zu ergreifen, die heute noch eine Männerdomäne sind. Die speziellen Förderprogramme (Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen) müssen weiter vorangetrieben werden.

Ich bin davon überzeugt, dass Frauen sich in MINT-Berufen problemlos mit ihren männlichen Kollegen messen können. Viele junge Frauen wissen gar nicht, wie viel Spaß Naturwissenschaften und Technik machen können und wie geeignet sie vielleicht für technische Berufe in diesem Bereich sind. Ich denke als Frau muss man sich um einiges mehr beweisen und durchkämpfen. Und man sollte sich nicht von den üblichen Vorurteilen einschüchtern und sich nicht in eine Richtung drängen lassen, sondern selbst testen, was einem Spaß macht bzw. was einem liegt,. Frauen sollten daher unbedingt die sich dort bietenden Zukunftschancen ergreifen.

 

Tugce Terzi

 

 

 

 

 

 

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